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06.02.2012

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Thomas Zollinger und Ritual Theater

Ursprünglich hatte ich schriftstellerische Ambitionen (bis 1988). Sie kollidierten mit dem Anspruch an szenischer Lesung von Geschriebenem. Weiterbildungen in Sprechen, Vortragen, Stimme, Körper, Theater, Schauspiel, Tanz, Bewegung, Performance führten mich radikal weg vom Wort (bis 1994).

Ich interessierte mich für die Beschränkung auf den Körper im leeren Raum und die Minimalisierung von Handlungen. Es entwickelten sich das Ritual Theater (1993-1998) und verschiedene Gehenprojekte (ab 1997).

Die 12 Monate Performance (1998/1999) brachte mich notwendigerweise in eine projektbezogene Abhängigkeit von staatlichen Institutionen (Sozialhilfe, Kulturförderung, Gerichte). Ich investierte mich in eine Untersuchung der Existenzbedingungen des Künstlers in der Schweiz, auf der Basis eines Existenzkonzeptes (12 Monate Performance) und exemplarisch (CH liebt Kunst 1998-2001). Die projektbezogene Sozialhilfeabhängigkeit ging Ende Mai 2004 zu Ende.

Die Vernetztheit des Einzelkünstlers wurde in den Projekten zwischen 1992 und 2004 zum Programm, was sich im Namen der website ritualtheater.ch ausdrückt.

Weitere Arbeiten betreffen die Fortführung, Weiterentwicklung und Variation von Projekten des Gehens und auch wieder die Beschäftigung mit dem Wort, dem geschriebenen wie dem gesprochenen (Wortkörper).

Seit 2008 sind Nackt-Projekte angesagt. Parallel dazu interessiert mich die Anordnung des Performance-Körpers in Stadträumen (Körper Stadt Raum), auf der Basis des Existenzkonzepts in der 12 Monate Performance.

Ich sehe meine Aufgabe darin, an gesellschaftlichen und persönlichen Schnittstellen und Bruchlinien aufbrechende Fragestellungen über ein Konzept einzugrenzen und mit performativen Mitteln zu bearbeiten. Dazu gehört die Bezugnahme auf eine bestimmte Situation und den öffentlichen Raum.