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28.04.2017

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Thomas Zollinger

 

 

Thomas Zollinger (1952) lebt und arbeitet in Biel und Zürich. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen partizipative und performative Inszenierungen des menschlichen Körpers, ohne Objekte, Requisiten, „Material". Inspiriert durch Begegnungen mit Zygmunt Molik, Walter Pfaff und anderen, die mit Jerzy Grotowski zusammengearbeitet oder von seinem Theater Lab die körperbetonten Trainings übernommen haben, erarbeitete er vier Performance-Konzepte des Ritual Theater (1994-1998). Leere Ladenlokale wurden zu nach aussen hin geöffneten Theaterräumen mit bis zu 28 Teilnehmenden. In den mindestens 6 Stunden dauernden Performances ergab sich eine Minimalisierung der Handlungen, was zu verschiedenen Projekten des Gehens und des Stehens führte (12 Stunden Gehen 1997).

Mit der 12 Monate Performance (1998/1999) begab sich Thomas Zollinger in eine projektbezogene Abhängigkeit von staatlichen Institutionen (Sozialhilfe, Kulturförderung). Er investierte sich in eine Untersuchung der Existenzbedingungen des Künstlers in der Schweiz, auf der Basis eines Existenzkonzeptes und exemplarisch, mit abschliessendem Gerichtsurteil (CH liebt Kunst 1998-2001). Weitere Arbeiten betrafen die Fortführung, Weiterentwicklung und Variation von Projekten des Gehens („expedition.02" mit dem 36-tägigen wandern, gehen, stehen, tanzen von Strasbourg nach Sion, „Magie des Gehens" 2005) und auch wieder die Beschäftigung mit dem Wort, dem geschriebenen wie dem gesprochenen (Wortkörper).

Ab 2006 stiessen Thomas Zollingers Performance-Konzepte zunehmend auch im Ausland auf Interesse, so in Feldkirch, Linz (Kulturhauptstadt Europa), Murcia (Manifesta8), Bienial de Lanzarote, Dresden, Bodrum, auf Arte TV (Slow Art) und zuletzt am MPA in Berlin mit „Naked Words" (Symposium Translinguality/Transnationality).

Ab 2008 begann er Nacktperformances im städtischen Raum mit Gruppen bis zu 25 Personen. Grosses Aufsehen erregte er mit dem behördlich bewilligten „Naked Ufo" als off-Projekt zur Schweizerischen Plastikausstellung in Biel (2009) und mit dem 5 Jahre später nur noch teilweise bewilligten „Spaziergang mit Nacktakzenten" (2014). Im September 2014 war der „Naked Slow Walk" an das „Zagreb I love you Festival" eingeladen. Der Bericht im kroatischen Fernsehen bewirkte eine europaweite Online-Medien-Resonanz.