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Bieler Tagblatt 14.08.2001

Abschluss von «CH liebt Kunst»

Annelise Zwez

Seit 1998 verfolgt der Bieler Künstler Thomas Zollinger sein Projekt «CH liebt Kunst» oder «Testheimat CH».

Wenn der Staat die Kunst schätzt, muss er die Existenz des Künstlers sichern. Das ist - stark vereinfacht -- der konzeptuelle Ansatz für Thomas Zollingers Projekt «CH liebt Kunst». In zahlreichen Projekten - Performances, Videoarbeiten etc. - suchte Zollinger, allein und in Gruppen, die Basis, die Existenz auszuleuchten: Gehen, Stehen, Trinken, Schlafen. Gleichzeitig verlangte er von den Behörden, dass sie die Arbeit des Künstler anerkennen und die Künstlerexistenz sichern. Viel Arbeit (und Ärger) für die zuständigen Kommissionen, Ämter und Gerichte. Mit dem Resultat, dass der Staat wohl verpflichtet ist, das Überleben der im Lande Wohnhaften über Fürsorgebeiträge zu sichern, aber «nur» als Menschen und nicht als «Künstler». Eigentlich hätte Zollinger die Anerkennung der Künstlerexistenz mit einer «Erdkörper»-Performance, einer Rückführung seines Projektes von der bürokratischen in die künstlerische Ebene, abschliessen wollen. Und erhielt hiefür auch einen Werk-Beitrag zugesprochen. Doch nach der Ablehnung der Künstler-Existenz-Sicherung, war das Projekt nicht mehr möglich. So setzt er nun zu einem anderen letzten Akt an: «40 Minuten Stehen» in der Salle Poma im Centre PasquArt und zwar am Montag, 3. September von 20.20 bis 21 Uhr. Zur Teilnahme eingeladen sind grundätzlich alle, die wollen, ganz primär jedoch die Fürsorgeabhängigen der Stadt Biel und Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren. Denn dem Konzept folgend, geht es nicht um Stehen an sich, sondern um ein öffentliches Stehen in einem Raum, in dem unter verschiedsten (Kunst)-Aspekten über den Menschen und seine Existenz nachgedacht wird. Die Gruppen-Performance wird von Stephan Fawer auf Video aufgenommen; die Teilnehmenden erhalten als Dank je ein signiertes Videostandbild. Anmeldungen über 032/ 341 77 41.

 

(CH liebt Kunst, 40 Minuten Stehen)